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Das Jugendforum ist eine durch das Bundesförderprogramm Demokratie Leben ins Leben gerufene Initiative für Jugendliche und junge Erwachsenen bis 27 Jahre. Es werden Geldmittel zur Verfügung gestellt, um demokratische und gemeinnützige Projekte umzusetzen.

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36 Namen für millionenfaches Leid

Foto: Veranstaltung am Gedenktag „Die Umsiedlung der Juden, ihre Aussiedlung hatte nur ein Ziel und einen Zweck: den Tod“. Bei ihrer Rede zum Gedenken an die Befreiung der Überlebenden vom Auschwitz am 27. Januar 1945 zitierte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer den Holocaust-Überlebenden Marcel Reich-Ranicki.

Reich-Ranicki, einer der Überlebenden des Warschauer Gettos, sprach im vergangenen Jahr im Deutschen Bundestag. Seine Rede stellte die OB ins Zentrum ihrer Ansprache am Mahnmal an der Kirschsteinanlage. Reich-Ranicki war gezwungen, die Befehle, die Todesurteile der SS am 22./23. Juli 1942 mitzuschreiben. Der große deutsche Literaturkritiker beschrieb das „Unbegreifliche“ sehr eindrücklich. SS-Schergen, die in jenen Tagen bei der Walzer-Musik von Johann Strauß ihr mörderisches Handwerk erledigten, ihrem Alltag nachgingen. Im Gegensatz dazu das Schicksal des Obmannes des Judenrates im Warschauer Getto, Adam Czerniakow,  der sich mit Zyankali umbrachte. „Sie verlangen von mir, mit eigenen Händen die Kinder meines Volkes umzubringen“, schrieb er seiner Frau zum Abschied, nachdem die SS ihn gezwungen hatte. die Juden zum Umschlageplatz bringen zu lassen.

36 Namen von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Bad Kreuznach, die in Auschwitz vergast, erschossen, erschlagen wurden oder an  Entkräftung starben, verlasen im Anschluss an die Rede der OB neun Schülerinnen und Schülern des Lina-Hilger-Gymnasiums, des Gymnasiums an der Stadtmauer und des Gymnasiums am Römerkastell:

Heinz Bernhard Lipki (Bad Kreuznach 7.8.1912), wohnhaft in Berlin, war nach Belgien geflohen. Am 11. August 1942 wurde er mit Transport Nummer II aus dem Durchgangslager Mechelen (Malines) nach Auschwitz deportiert. Dort starb er am 29. September 1942 um neun Uhr. Die laufende Sterbenummer lautete 33214/1942. Lagerarzt Dr. Meyer hat „Fleckfieber“ als Todesursache angegeben.

Die Geschwister Edith Vogel (Bad Kreuznach 10.9.1922) und Günter Vogel (Bad Kreuznach 6.6.1924) hielten sich 1942 in Nancy in Frankreich auf. Sie wurden am 28. Juli 1942 mit Transport Nummer 11 aus Drancy nach Auschwitz deportiert. Vierzehn Tage nach Vollendung ihres 20. Lebensjahres starb Edith Vogel am 24. September 1942 um 18 Uhr. Ihr Tod wurde unter der laufenden Sterbenummer 32571/1942 registriert, und als Todesursache hat der Lagerarzt Dr. Meyer „Akuter Magen- und Darmkatarrh“ angegeben.

Günter Vogel war im 19. Lebensjahr, als er am 12. Oktober 1942 um 19.45 Uhr starb. Dieser Todesfall steht unter der laufenden Sterbenummer 35587/1942 im „Sterbebuch“. Die vom Lagerarzt Dr. Kremer angegebene Todesursache war „Sepsis bei Pneumonie“.

Im Sterbebuch von Auschwitz, Band 24/3/1942, ist unter der laufenden Sterbenummer 35587/1942 der Tod von Günter Vogel aus Bad Kreuznach vermerkt.

Sie gelten als in Auschwitz verschollen bzw. wurden für tot erklärt in Auschwitz: Hermann Baruch (1894), Bertha Benjamin, geb. Sommer (1899), Max Brück (1884), Hans Jakob David (1904), Coeline Eiser, geb. Metzger (1877), Rosa Epstein (1910),  Ernst Jacob Hesdörffer (1926), Hedwig Emma Juda, geb. Strauß (1882), Klara Klein, geb. Michel (1876), Jeanne Krzesny (1910), Dr. med. Julian Landau (1891), Richard Marx (1893), Hugo Michel (1875), Otto Michel (1879), Richard Ludwig Neuberger (1880), Antonie Noher, geb. Epstein (1905), Siegmund Rothschild (1889), Elsa Schott, geb. Rothschild (1882), Erna Schwarz, geb. Levy (1895), Lotte Schwarz (1923), Elisabeth/Ella Seligmann, geb. Simon (1879), Elsa Steinhaus, geb. Marx (1886), Adele Elsa Stoppelmann, geb. Vogel (1877), Werner Strauß (1928), Jenny Teutsch, geb. Arfeld (1895),Pauline Winterschweig, geb. Wolff (1879), Ida Mayer, geb. Wolf (1895) aus Planig und Johanna Mayer, geb. Wolf (1890 aus Planig

Herta Hill (Bad Kreuznach 23.10.1916; evangelisch) wohnte zuletzt in Königsberg in Ostpreußen. Sie starb am 2. März 1943, 7.05 Uhr. Unter der laufenden Sterbenummer 12595/1943 ist ihr Tod im „Sterbebuch“ vermerkt. Als Todesursache hat der Lagerarzt Dr. Kitt „Herzmuskelinsuffizienz“ angegeben.

Adalbert Strutz (Bad Kreuznach 13.8.1906; evangelisch), zuletzt wohnhaft in seinem Geburtsort, starb am 27. Juni 1943 im 14 Uhr. Registriert ist sein Tod unter der laufenden Sterbenummer 23214/1943. Lagerarzt Dr. Entress hat „Herzmuskelschwäche bei Magendarmkatharrh“ als Todesursache angegeben.

Anton Winterstein (Bad Kreuznach 4.8.1869; katholisch) wohnte zuletzt in Otterswang. Sein Tod in Auschwitz am 18. Juni 1943, 9.20 Uhr, ist unter der laufenden Sterbenummer 23299/1943 eingetragen. Als Todesursache hat der durch seine umfangreichen pseudowissenschaftlichen medizinischen Experimente an Menschen berüchtigt gewesene Lagerarzt Dr. Mengele „Altersschwäche“ angegeben.

Katharina Wittlinger, geb. Immig (Bad Kreuznach 26.7.1909; katholisch), zuletzt in Bad Kreuznach wohnhaft, starb am 27. Juni 1943 um 9.05 Uhr. Die laufende Sterbenummer lautete 24247/1943. Als Todesursache hat der Lagerarzt Dr. Thilo „Fleckfieber“ angegeben.

Aus dem Stadtteil Planig:

Auguste Bamberger (1878, katholisch), gest. 20.10.1943, 7.10 Uhr: Sterbenummer: 30703/1943. Als Todesursache hat der Lagerarzt Dr. Josef Mengele „Herzwassersucht“ angegeben.

Foto: GedenkveranstaltungOberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer gestaltete die Gedenkfeier mit Sebastian Graf, Antonia Beuscher, Johanna Dippel (Gymnasium am Römerkastell) Daniela Tran, Wilhelm Terporten und Tim Lenz (Gymnasium an der Stadtmauer), Patricia Wevers, Jonathan Kessler, Vivienne Scharff und Sophie Braun (Lina-Hilger Gymnasium).


Text und Foto von
Stadt­ver­wal­tung Bad Kreuz­nach

Bundesprogramm

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramm: „Demokratie leben!
Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“
Logo des Bundesprogramms, linke Hälfte Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendLogo des Bundesprogramms, rechte Hälfte mit buntem Schriftzug Demokratie leben. Mit Ausrufezeichen.

Inhaltliche Grundlagen

Eine erfolgreiche Förderperiode von 2015 bis 2019 liegt hinter der Partnerschaft für Demokratie Bad Kreuznach. Aus diesem Anlass stellte Günter Kistner für die lokalen Koordinierungs- und Fachstelle die Arbeit der vergangenen 5 Jahre im Kreisjugendhilfeausschuss vor.

Präsentation 5 Jahre „Demokratie leben!“