Kreuznach für Vielfalt

Das Jugendforum


Das Jugendforum ist eine durch das Bundesförderprogramm Demokratie Leben ins Leben gerufene Initiative für Jugendliche und junge Erwachsenen bis 27 Jahre. Es werden Geldmittel zur Verfügung gestellt, um demokratische und gemeinnützige Projekte umzusetzen.

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Kinopremiere „Schritte ins Ungewisse“

2013-08-25 plakat-schritte-ins-ungewisseFilmplakatEvangelische Jugend auf Spurensuche mit dem Holocaust-Überlebenden Heinz Hesdörffer Ein besonderer Film hat in Bad Kreuznach Premiere. Sein Titel: „Schritte ins Ungewisse“, seine Regisseure, Kameraleute und Toningenieure: zwölf Jugendliche aus dem evangelischen Kirchenkreis An Nahe und Glan, sein Hauptdarsteller: der Holocaust-Überlebende Heinz Hesdörffer.

Die jungen Leute begleiteten den 90 Jahre alten Herrn zu Stationen seines Lebens, darunter zahlreiche Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager in Holland, Tschechien und Polen. Daraus entstand ein Dokumentarfilm, der am 27. August in einem Bad Kreuznacher Kino uraufgeführt wird.

In einem Pressegespräch stellten Superintendent Marcus Harke, Jugendleiterin Jutta Behn, Jugendreferentin Stephanie Otto und Diakon Andreas Duhrmann das Projekt vor.

Weitere Termine

Schulaufführungen
28.08.2013, ab 9:00 Uhr

Öffentliche Filmvorführung
Samstag, 09.11.2013, Winzenheim

Private Vorstellung für Jugendgruppen, Schulklassen, Gemeinden oder Vereine organisiert das Bilgungswerk Heinz Hesdörffer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die DVD zum Film wird ab 27.08.2013 gegen eine Schutzgebühr von 5,- € zzgl. Versandkosten beim Bildungswerk erwerblich sein:
bildungswerk-heinz-hesdoerffer.de

Heinz Hesdörffer lebt heute in einem Seniorenheim in Frankfurt. Er wurde in Bad Kreuznach geboren, wo seine Eltern eine Zuckerwaren- und Schokoladenfabrik betrieben. Kurz nachdem Hitler die Macht übernommen hatte, emigrierte Hesdörffer zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ernst nach Holland. Dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in das Nachbarland folgte die Deportation.

Vom Durchgangslager Westerbork aus kam er nach Theresienstadt, danach in die Konzentrationslager Auschwitz, Schwarzheide und Sachsenhausen. Mutter und Bruder wurden ermordet. Heinz Hesdörffer überlebte den Todesmarsch, als das Nazi-Regime zusammenbrach, bis er am 2. Mai 1945 bei Below im heutigen Bundesland Brandenburg befreit wurde. Nach Kriegsende ging er nach Südafrika, später in die USA. 2009 kehrte er nach Deutschland zurück.

Von diesem Zeitpunkt an war er ständiger Gast im Ökumenischen Kinder- und Jugendhaus (ÖKJH) in Bad Kreuznach-Winzenheim, wie Diakon Andreas Duhrmann berichtet. „Es ist ihm sehr wichtig, Jugendlichen von seinen Erlebnissen während der Nazizeit zu berichten, damit sie einen authentischen Eindruck gewinnen“, erklärt Duhrmann. Seit vielen Jahren organisiert der ÖKJH-Leiter im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ Gedenkfahrten zum Konzentrationslager Auschwitz. Heinz Hesdörffer nahm an der Vorbereitung dieser Studienreisen teil und berichtete von seinem Überlebenskampf in den verschiedenen Lagern. So nahm die Idee zu dem Film Gestalt an.

Trailer Schritte ins Ungewisse from Markus Kiefer on Vimeo

 

Seit dem Frühjahr 2012 begleiteten zwölf Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 Jahren Heinz Hesdörffer zu den Stationen seines Lebens. Der Videokünstler Markus Kiefer stattete das Filmteam mit dem nötigen Know-how aus. An 60 Projekttagen produzierte es Material für 40 Stunden, aus dem schließlich der 45-minütige Dokumentarstreifen hervorging. „Bei der heutigen zeitlichen Belastung der Jugendlichen ist das ein gigantisches Projekt“, betont Jutta Behn, Leiterin des offenen Jugendtreffs in Kirn.

Das Filmteam ist eine bunt gemischte Truppe: Gymnasiasten, Realschüler, Azubis, ein junger Mann, der gerade in einer Jugendhilfe-Einrichtung seinen Schulabschluss nachholt. Es war nicht leicht, die jungen Leute aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises so lange bei der Stange zu halten. Aber die Verfilmung des tragischen Schicksals von Heinz Hesdörffer entwickelte bald ihre eigene Dynamik.

Fasziniert folgten die jungen Leute seinen Spuren, planten akribisch und eigenverantwortlich den Inhalt und filmten in Eigenregie. Auf den mehrtägigen Reisen nach Tschechien, Polen und Holland entstand eine herzliche Beziehung zwischen dem alten Herrn und den jungen Filmschaffenden. „Heinz Hesdörffer ist damals um sein Leben gelaufen“, gibt Larissa Gerhard ihren Eindruck wieder. „Es ist beeindruckend, welch ein Durchhaltevermögen dieser Mensch hat und ein tolles Gefühl, ihm mit diesem Film eine ganz besondere Ehre zu erweisen.“

Beeindruckt vom starken Willen Hesdörffers fügt Marcel Glöckner hinzu: „Mich wundert es, dass jemand, der so viel mitgemacht hat, die Kraft und dem Mut aufbringt, so von seiner Vergangenheit zu berichten.“ Ähnliche Gefühle bewegen Nina Butzbach. Sie ist Heinz Hesdörffer dankbar, dass er seine Erfahrungen mit ihnen geteilt habe. „Dadurch kommt uns die Geschichte ein Stück näher und lässt uns nicht vergessen, was damals geschah.“

Der Dokumentarfilm „Schritte ins Ungewisse“ wird am Dienstag, 27. August, 19.30 Uhr, im Cineplex-Kino Bad Kreuznach, Kreuzstraße 57-67, aufgeführt. Danach steht er für Schulen, Jugend- und Konfirmandengruppen zur Verfügung. Infos zum Film unter www.ev-jugendreferat.de sowie www.bildungswerk-heinz-hesdoerffer.de.

 

Text und Fotos: Marion Unger, Evangelischer Kirchenkreis An Nahe und Glan

Bundesprogramm

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramm: „Demokratie leben!
Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“
Logo des Bundesprogramms, linke Hälfte Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendLogo des Bundesprogramms, rechte Hälfte mit buntem Schriftzug Demokratie leben. Mit Ausrufezeichen.

Inhaltliche Grundlagen

Als Grundlage für die Förderung durch das Bundesprogramm werden zu Beginn eines Förderjahres Fortschreibungsanträge, im Verlauf eines Jahres Zwischenberichte und abschließend Ergebnisberichte geschrieben. Diese bilden die inhaltliche Grundlage.
pdfAntrag für neues Bundesprogramm 2015 (1.38 MB)
Der Abschlussbericht dokumentiert die Arbeit aus dem Förderzeitraum 2007–2010.
pdfErgebnisbericht 2007-2010 (2.9 MB)